Ein Sonntag in der Natur – (Zug-) Vogelbeobachtung an den Tonkuhlen Oberhammelwarden

18. Oktober 2015

Um die Natur an einem regnerischen Wochenende im Oktober zu erleben, muss man sich wetterfest und warm anziehen. Schon um 10.00 Uhr fanden sich am 18. Oktober über zwanzig Naturfreunde, ausgerüstet mit Ferngläsern und Objektiven,  am Treffpunkt ein. Ziel war die Beobachtung von Zugvögeln in den Tonkuhlen.

Eine Vertreterin vom Brake Tourismus und Marketing e.V. begrüßte uns,  bevor  uns Herr Franz-Otto Müller vom NABU Brake mit zahlreichen Prospekten über die Angebote der Natur- und Vogelfreunde informierte. Insbesondere seine Einführung zu den weiten Flugrouten der Zugvögel war beeindruckend. Die Wesermarsch ist ein regelrechter Verkehrsknotenpunkt auf der Durchreise!  Hier nehmen die Vögel auf ihrer langen Wegstrecke vom Norden noch einmal Nahrung auf und starten dann  in ihre  Winterquartiere am Mittelmeer oder im Süden Afrikas. Einige sind in den letzten Jahren wegen der milden Winter auch hier geblieben.

Um zu den Tonkuhlen zu kommen, ist noch ein Fußmarsch an der B 212 in Richtung Elsfleth nötig. Ein großes verschlossenes Gatter  verhindert das Eindringen von Menschen in das große Naturgebiet. Es wurde als Ausgleichsfläche für den Jade-Weser-Port angelegt, um insbesondere der Rohrdommel eine Möglichkeit des Aufenthalts zu geben. Leider haben wir sie nicht gesehen. Dafür aber zahlreiche Gänse und einen Turmfalken. Auch passierten Kröte und Reh unseren Weg. Herr Müller erklärte auch die Bedeutung des Fuchses und der Jagd  für die Reduzierung des Bestandes an Gänsen und Rehwild.  Allerdings müsse der Mensch sehr überlegt in die Strukturen eingreifen, denn sowohl  bei den Vögeln als auch bei den Säugetieren herrsche Arbeits- und Aufgabenteilung. Auch wenn wir wenige Vögel gesehen haben, war es ein sehr informativer Sonntagvormittag.

Karen E. Hammer