Aviathlon 2020

In diesem Video lassen Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, und Nadine Knipping, Koordinatorin des Aviathlons, den Verlauf des Aviathlons der 12. Zugvogeltage Revue passieren und präsentieren die Ergebnisse.

 

Gesamtartenliste Aviathlon 2020: /sites/default/files/tag8-aviat-liste20201017.pdf

Sonntag, 18.10.2020

Was liegt da für eine erlebnisreiche, spannende, aufregende, sicher auch ein bisschen anstrengende, aber vor allem vogelartenreiche Woche hinter uns! Aber wir oder vielmehr ihr habt es geschafft! Und zwar den Aviathlon im Rahmen der 12. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erneut zu einem vollen Erfolg gemacht.

Bis gestern, Samstagabend haben die 20 Inseln und Festlandsregionen um die längste Vogelartenliste im und am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gekämpft, ja geradezu gerungen. Der Vorjahressieger Wangerooge versuchte mit aller Kraft, den Titel in der Inselwertung zu verteidigen. Die anderen Inseln, allen voran Borkum wollten das nicht hinnehmen, legten ebenfalls Art um Art zu und machten es den Wangerooger Beobachtern sehr schwer. Wie spannend war das denn!

Am Festland war es mindestens genauso spannend, weil die Regionen noch viel näher beieinander lagen mit ihren jeweiligen Artenzahlen. Am gestrigen letzten Aviathlontag war noch alles möglich, das Rennen noch nicht entschieden und für 4 der 13 Festlandsregionen Platz 1 noch möglich.

Für die Gesamtartenliste wurden noch am letzten Tag fünf neue Arten beobachtet: Eisente auf Norderney, Zwergsäger in Greetsiel, Weidenmeise in Carolinensiel. Dazu noch zwei echte Knaller für die beiden Regionen und die Gesamtartenliste: Wasseramsel auf Wangerooge und Girlitz im Wangerland! 16 der 20 Inseln und Regionen haben deutlich über 100 Arten erreicht.

So haben sich für die Gesamtartenliste alle Anstrengung, alle Motivation, eure ungezählten Beobachtungsstunden auf den Inseln und am Festland mehr als gelohnt. Mit insgesamt und großartigen 215 Vogelarten endet der diesjährige Aviathlon mit einem fulminanten Schlusspunkt. Das ist das zweitbeste Ergebnis der Aviathlon-Geschichte. Ein tolles Ergebnis, ein toller Erfolg!

Und am Ende heißt es: „The winners are“ … Das Wangerland konnte sich am letzten Renntag vom Cuxland, der Wurster Küste und Fedderwardersiel ansetzten und gewinnt mit 141 Arten die Festlandswertung! Wangerooge hat bei den Inseln den Coup gelandet: wie im Vorjahr fahren sie einen Start-Ziel-Sieg mit sage und schreibe 163 Arten ein!

Leider konnten wir die Siegerehrung zwar live, aber leider nicht in echt auf dem Zugvogelfest vornehmen. Das konnte leider unter den aktuellen Bedingungen nicht stattfinden. Um den Aviathlon trotzdem würdig abzuschließen, die Woche noch einmal Revue passieren zu lassen und natürlich, um die Sieger zu ehren, haben wir die Siegerehrung heute Mittag um 13 Uhr live gestreamt und online gestellt auf www.zugvogeltage.de. Das Video ist weiterhin auf dieser Seite anzusehen, für diejenigen, die heute Mittag nicht online dabei sein konnten.

Was bleibt noch zu sagen? Uns hat es von hier aus großen Spaß gemacht, euch und euren Aviathlon zu begleiten. Mit Bewunderung, Begeisterung und Hochachtung haben wir gesehen, mit welch riesiger Motivation, Engagement und Ehrgeiz ihr in euren Regionen bis hinter den letzten Busch, die letzte Düne, die letzte Welle geguckt habt und den Himmel nach Zugvögeln abgesucht und -gehört habt. Das war Vogelbeobachtung der Meisterklasse! Ein riesengroßer Dank an euch so zahlreiche Vogelbeobachter, die sich am Aviathlon 2020 beteiligt haben und diesen Wettstreit zu einem vollen Erfolg gemacht haben.

Jetzt heißt es: nach dem Aviathlon ist vor dem Aviathlon. Ins diesem Sinne, bis nächstes Jahr! Wir freuen uns jetzt schon wieder drauf.

 

Freitag, 16.10.2020

Einen ersten Aviathlon-Gesamterfolg habt ihr heute gemeinsam errungen! Ihr habt das Gesamtergebnis vom letzten Jahr eingestellt, nämlich 211 Arten heute insgesamt. Neu dazu heute Bergpieper und Mittelspecht. Beide Arten hat Cuxhaven der Liste beigesteuert, ein Bergpieper wurde ebenfalls an der Wurster Küste beobachtet.

Mit neuen Arten für die Gesamtliste ist es ins Stocken geraten. Hier scheint die Luft etwas raus zu sein. Oder vielmehr dem Wetter ist die Puste ausgegangen. Wenn es auch ein Aviathlet wäre, dann würde es wissen, dass es jetzt zum Beispiel den Wind drehen könnte (kräftig aus Nordwest wäre doch schön) oder irgendwas anderes machen als dieses nette, ruhige Herbstwetter. Viele neue Arten kommen also nicht dazu, aber die Teams ‚füllen‘ ihre Listen auf mit den Arten, die auf den Inseln und an der Küste ohnehin gerade rasten.

Heute Mittag sah es zunächst ein bisschen so aus, als ob auch ihr Aviathleten etwas müde werden würdet. Spätestens heute Nachmittag wurden wir aber wieder eines Besseren belehrt und eigentlich alle Regionen haben ordentlich nachgelegt.

Platz 1 der Inseln mit sagenhaften 160 Arten besetzt weiterhin Wangerooge und verteidigt diesen hartnäckig. Sie schaffen es heute, noch 7 neue Arten auf ihre Liste zu bringen! Es sieht ganz danach aus, als ob Wangerooge erneut einen Start-Ziel-Sieg einfahren will. Doch Borkum gibt sich noch nicht geschlagen, sammelt 4 neue Arten und hält den zweiten Platz. Aber ob es morgen noch reicht, an die Spitze zu springen? Norderney hat ebenfalls noch nicht aufgegeben. Mit 141 Arten ist das weiterhin Platz 3.

Am Festland können die Regionen auch immer noch zulegen, an der gestrigen Platzverteilung ändert sich heute jedoch (noch) nichts. Das Wangerland verteidigt seine Führungsposition mit 3 neuen Arten auf jetzt 130 insgesamt.  Die anderen Regionen sind aber noch lange nicht müde. Cuxhaven und Fedderwardersiel wollen sich nicht abhängen lassen und legen beide mit jeweils 4 Arten nach. So sind heute die Plätze am Festland weiter hart umkämpft.

Und morgen? Aviathleten – morgen heißt es nochmal alles geben: Endspurt beim Aviathlon 2020! Noch liegt ein ganzer Beobachtungstag vor euch, noch kann die Gesamtartenliste weiter wachsen und noch stehen die beiden Sieger nicht fest. Auf geht’s zum letzten Wettkampftag!

Die interaktive Ergebnisgrafik auf der Zugvogeltage-Homepage ist jetzt nicht mehr zu sehen. Es soll ja spannend bleiben. Alle bis Samstag, 19:00 Uhr gemeldeten Beobachtungen gehen in die Wertung für die Regionen mit ein. Am Sonntagmittag heißt es dann: „And the winner is… !“

Leider kann das Zugvogelfest am Sonntag aus bekannten und verantwortungsvollen Gründen nicht stattfinden. Um den Aviathlon trotzdem würdig zu beenden, diese tolle Woche noch einmal Revue passieren zu lassen und natürlich, um die beiden Sieger bekannt zu geben und zu ehren, werden Peter Südbeck und ich die Ergebnisse des Aviathlon 2020 am Sonntagmittag um 13:00 Uhr online und live auf https://www.zugvogeltage.de/ bekannt geben. Wir hoffen, ihr seid dabei!

Morgen nochmal alles geben! Viel Glück! Bis Sonntag!

 

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Donnerstag, 15.10.2020

Tag 6 des Aviathlon ist geschafft. So langsam wird es ernst, die Zielgerade rückt näher.

Vogelzugmäßig sind heute die Gänse, vor allem Blässgänse endlich mal in Schwung gekommen. Während der letzten Aviathlontage war der Gänsezug ja eher schwach. Heute aber konnte entlang der Küste und auch im Binnenland verstärkter Blässganszug beobachtet werden.

Alle Regionen arbeiten fleißig weiter an ihren Artenlisten und sind damit sehr erfolgreich. Carolinensiel, Dangast und Neuwerk haben heute die 100er Marke genommen. Damit sind 9 der 13 Regionen am Festland mit 100 Vogelarten oder mehr dabei. Aus dem Spitzentrio von gestern hat sich das Wangerland heute, u.a. dank Streifengans, Saatgans und Sanderling abgesetzt und ist mit 127 Arten alleiniger heutiger Spitzenreiter. Fedderwardersiel und Cuxhaven konnten nicht so stark zulegen, geben sich aber noch nicht geschlagen und belegen mit 123 bzw. 124 Arten die Plätze 2 und 3. Das kann noch richtig spannend werden auf der Zielgeraden am Festland!

Auf den Inseln sieht es nach Hardcore-Birden aus: Wangerooge hat es tatsächlich geschafft, heute Platz 1 gegen Borkum zu verteidigen. Und das mit unglaublichen 8 neuen Arten auf der Liste: Zwergschwan, endlich auch die Schellente, Ohrentaucher auf dem Meer, Waldschnepfe, Krabbentaucher, Fichtenkreuzschnabel und Berghänfling. Borkum kann auch seine Artenliste erweitern, aber eben nur um vier Arten, wobei darunter auch hier ein Goldhähnchen-Laubsänger ist. Dazu noch Seeadler, Sumpfohreule und Gimpel. In der Inselwertung liegt das Feld nicht so nahe beieinander wie am Festland, Borkum und Wangerooge deutlich vorne, auf Platz 3 aktuell Norderney, verbessert sich ebenfalls um 8 neue Arten auf jetzt sehr gute 138 Arten insgesamt, dahinter Juist und Langeoog, die auch beide um 5 Arten zulegen.  

Auch wenn die Gesamtartenliste nicht mehr ganz so schnell wächst zeigt sich heute wieder einmal, dass auch an Tag 6 in den einzelnen Regionen immer noch was drin ist. Der Aviathlon ist noch nicht ausgemacht. Ihr habt noch 2 Tage, in denen es heißt: Birden, birden birden!

Wenn der Wind nochmal drehen würde…

 

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Mittwoch, 14.10.2020

Oh Mann ist das spannend mit euch da draußen!

Wieder kommen neue Arten auf die Liste, 8 an der Zahl. Der zum Teil kräftige NO-Wind hat einige von ihnen an die Wattenmeerküste geweht. Gut, vermutlich nicht gerade das Rebhuhn an der Wurster Küste, sicher aber den Krabbentaucher vor Cuxhaven oder den Rothalstaucher und die beiden Streifengänse vor Wangerooge. Hier hat sich das Seawatchen wieder ausgezahlt. Dann schwamm vor dem Vogelturm am Vareler Hafen noch ein Zwergschwan und am Beobachtungsturm in Nessmersiel flog ein Sichler über das Speicherbecken! Mit diesen und weiteren gab es heute wieder einen bunten Mix neuer Arten für die Gesamtliste, die heute auf 208 Arten anwächst. Das kann sich wirklich sehen lassen. Im letzten Jahr standen auf der Gesamtliste des Aviathlon am Schluss 211 Arten. Ihr habt jetzt schon 208 beisammen und es sind noch 3 Tage. Die 211 müssten doch zu knacken sein, oder?

Für Wangerooge ist es heute gerade nochmal gut gegangen. Noch ist Platz 1 nicht weg, aber Borkum rückt um 8 neue Arten vor und zieht mit Wangerooge gleich. Mit jeweils 145 Arten auf der Liste teilen sie sich vorerst Platz 1. Mit neuen Arten wie Bergente, Samtente und Eissturmvogel hat wieder mal das Seawatching für den Satz nach vorne gesorgt. Mit Goldregenpfeifer, Regenbrachvogel und Uferschnepfe sind auch noch weitere Limikolenarten dazugekommen. Hier spielt vielleicht Borkums Größe und das flächen- und habitatmäßig größere Potenzial in die Karten. Vielleicht, denn letztendlich kommt es natürlich auch auf euch an, was ihr von und vor der Insel so ‚rausholt‘. Wir sind gespannt, wie sich die Kontrahenten morgen schlagen und ob sich einer der beiden absetzen kann. Ohnehin liefern sich alle Inseln weiterhin einen wirklich engagierten Wettstreit. Denn auch auf den Plätzen 3 bis 5 ist noch lange nichts entschieden. Juist, Norderney und Langeoog liegen mit 122, 130 und 120 Arten noch dicht beieinander. Spiekeroog hat heute die 100 genommen.

Wer viel guckt, der sieht auch viel und das gilt ebenso für die Regionen am Festland. Denn hier ging es mindestens genauso ereignis- und artenreich zu wie auf den Inseln. Das Wangerland heute ganz stark, verbessert sich um 8 Arten auf insgesamt 122. Fedderwardersiel und Cuxhaven schenken sich auch nichts und legen beide um 3 neue Arten zu. Das bedeutet für alle 3 Regionen Platz 1 in der Festlandswertung. Also wird es auch hier spannend, ob und wer sich in den nächsten Tagen noch absetzen kann. Und die Verfolger Wilhelmshaven und die Wurster Küste lassen sich nicht so leicht abhängen und sind dem Führungstrio auf den Fersen.

Und was macht eigentlich der Säbelschnäbler, die diesjährige Patenart der Zugvogeltage? Ein Blick auf die neue Rubrik „Zugvögel beobachten“ auf der Zugvogeltage-Website verrät, dass Säbelschnäbler sich derzeit eigentlich im gesamten Nationalpark aufhalten. Am liebsten aber rasten Säbelschnäbler in flachen Meeresbuchten. Da, wo es richtig schön schlickig ist und wo es sich mit einem solch filigranen Schnabel wunderbar im Schlick nach kleinen Krebsen, Wattschnecken und Fischchen ‚säbeln‘ lässt. Das ist zum Beispiel im Dollart oder im Jadebusen so. Dort wurden Anfang der Woche sogar 1.400 von ihnen gezählt. Nur leider nicht auf Wangerooge. Wie ärgerlich! ;-)

Ein erneut spannender und ereignisreicher Aviathlontag geht zu Ende! Ein äußerst ausgeglichener Wettstreit, in dem noch lange nichts ausgemacht ist. Es bleiben noch 3 Tage…

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Dienstag, 13.10.2020

Das Rennen geht weiter! Und wie!

Eigentlich hatten sich die Verhältnisse gestern Abend schon leicht verändert, da einige noch spät ihre Ergebnisse über Ornitho gemeldet hatten. Aber da war unser Kommentar für gestern schon geschrieben… Und heute? Aviathleten, heute wolltet ihr es aber so richtig wissen oder es euch gegenseitig mal so richtig zeigen. In jedem Fall haben alle an Tag 4 nochmal so richtig einen draufgelegt. Selbst das Emsland bzw. das Rheiderland hat nun auch den Startschuss vernommen und ist auf Anhieb mit 76 Arten ins Rennen eingestiegen.

Und was waren das heute für Arten: Ohrentaucher auf Borkum, Krähenscharbe auch auf Borkum, ein später Wespenbussard auf Norderney, Rotmilan in Greetsiel, Rauhfußbussard auf Langeoog und im Wangerland, Dangast steuert den ersten Waldwasserläufer bei, Wiedehopf an der Wurster Küste und als Knaller des Tages der Blauschwanz, gefangen und beringt in Horumersiel sowie der Zwergschnäpper auf Wangerooge. By the way, danke für die tollen Fotos des Zwergschnäppers auf Ornitho. Und bereits gestern wurde auf Spiekeroog ein Teichrohrsänger gefangen und beringt.

Alles in allem kommen heute genau 16 neue Arten auf die Gesamtliste. Und damit ist die 200 an Tag 4 des Aviathlon 2020 geknackt!  Einen Tag früher als letztes Jahr. Das kann man doch wohl erstklassig nennen.

Bemerkenswert heute war wohl der starke Kleinvogelzug entlang der gesamten Küste und auch im Binnenland. Bemerkenswert auch, dass so viele Singvogelarten noch zu finden sind, deren Hauptdurchzugszeiten eigentlich längst vorbei sind. Am Mittag mit zunehmender Thermik wehte es dann Weißstorch, Wespenbussard Rotmilan und Rauhfußbussard über Inseln und Küste. Die Greifvogelliste wächst damit auf 15 Arten an.

Auf den Inseln liefern sie sich ein hartes Rennen und kämpfen um jede Art. Spitzenreiter Wangerooge weiterhin erstklassig! Wollen sie ihren Coup vom letzten Jahr tatsächlich wiederholen und erneut einen Start-Ziel-Sieg einfahren? Noch ist nichts ausgemacht, denn dahinter, da geht’s mächtig rund. Am späten Vormittag sind die Rivalen Juist und Norderney gleichauf mit jeweils 112, Borkum fällt zunächst etwas zurück. Aber am Nachmittag ging’s Schlag auf Schlag: Langeoog kommt ganz stark ins Rennen und ist nun mit 116 Arten dabei und Norderney und Juist dicht auf den Fersen. Spiekeroog versucht Anschluss zu halten, verbessert sich auf heute 99 Arten. Auf Baltrum wächst die Artenliste langsamer, aber es sind ja auch noch 4 Tage Zeit. Und dann kam Borkum und katapultierte sich auf Platz 2, von Wangerooge trennen sie nur 3 Arten…

Die Dinge nehmen weiter Fahrt auf!

Am Festland prescht zunächst Fedderwardersiel nach vorne, überholt mit neuen Arten wie Saatgans, Regenbrachvogel und Klappergrasmücke alle anderen und setzt sich vormittags an die Spitze der Festlandswertung. Am Nachmittag stiegen dann aber die anderen Regionen wieder ein und Cuxhaven will sich seinen ersten Platz nicht streitig machen lassen. Heute Abend stehen Cuxhaven und Fedderwardersiel mit 119 Arten beide auf Platz 1. Die anderen Regionen schlafen jedoch keineswegs. Auch hier hat sich mächtig was getan und das Wangerland, die Wurster Küste und Wilhelmshaven wollen sich natürlich noch nicht geschlagen geben.

Halbzeit beim Aviathlon! Bisher erlebten wir mehr als spannende abwechslungs- und vor allem artenreiche Tage. Wir sind sicher, dass ihr euch keine Pause gönnt. Morgen geht’s weiter.

 

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Montag, 12.10.2020

Zunächst ein Nachtrag zu gestern:  Der seltene Herbstgast Spornpieper wurde gestern nicht nur in Dangast beobachtet.  Auch die Langeooger und Juister hatten ihre ‚eigenen‘ Spornpieper zu Gast auf ihren Inseln.

Aber nun zum heutigen Wettkampftag: Am Festland wird die 100er Marke geknackt und ein hartes Rennen um jede neue Art ausgetragen,  auf den Inseln kämpfen sich Borkum, Juist und Norderney (noch) gemeinsam immer näher an den strauchelnden Spitzenreiter Wangerooge heran, 14 neue Arten auf der Gesamtartenliste, Steppenweihe auf Langeoog  und Goldhähnchen-Laubsänger bei den Nachbarn auf Neuwerk im Hamburgischen Wattenmeer-Nationalpark als Highlights des Tages. Aber der Reihe nach.

An Tag 3 des diesjährigen Aviathlon änderte sich am Wetter zwar wenig, wohl aber an der Artenliste. Die wächst nämlich weiter auf ganze 184 Arten. Heute kommen unter anderem neu dazu: Kranich in Cuxhaven, Uferschnepfe auf Langeoog, Zwergschnepfe auf Juist und Norderney, Raubwürger auf Wangerooge, Fichtenkreuzschnabel auf Spiekeroog und in Cuxhaven, endlich der erste Berghänfling dieses Aviathlons auf Juist, eine späte Dorngrasmücke auf Borkum und dort auch eine Trauerbachstelze, die britische Unterart unserer hiesigen Bachstelze. Das kann sich wirklich sehen lassen, was ihr heute noch aus den Büschen, aus den Salzwiesen, den Wattflächen und am Himmel herausgeholt habt!

Am Festland zeichnete sich heute Morgen zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Wilhelmshaven und Cuxhaven ab. Sie schenkten sich nichts, am Nachmittag knackte Cuxhaven dann die 100er Marke und konnte sich absetzen. Wilhelmshaven holte zwar kurzfristig leicht auf, knackte ebenfalls die 100, aber am Ende des Tages heißt es vorläufig Platz 1 für die Cuxländer mit 110 Arten. Den Vorsprung von 10 Arten verdanken sie ihren neuen Arten wie z.B. Kranich, Fichtenkreuzschnabel, Sumpfohreule oder auch dem Höckerschwan. Doch auch die anderen Festlandsregionen, allen voran die Wurster Küste und das Wangerland wollen sich nicht abhängen lassen. Wenn auch die 100-Arten-Hürde hier noch nicht genommen ist, konnten sich beide Regionen um gute 10 Arten verbessern. Dahinter folgend, wenn auch mit etwas Abstand, Greetsiel, Fedderwardersiel und Dangast.

Und was machen die Inseln? Borkum, Juist und Norderney kommen richtig in Fahrt und holen weiter auf. Noch ist der Abstand auf Wangerooge deutlich, aber die Wangerooger schafften mit Raubwürger, Blässgans und Misteldrossel heute ‚nur‘ 3 neue Arten. Das Ziel Titelverteidigung in der Inselwertung haben sie dennoch weiterhin klar vor Augen, nein, natürlich vor Fernglas und Spektiv.

 Und die Zugvögel selbst? Das ruhige Herbstwetter lässt Feldlerchen, vor allem am Festland vergleichsweise stark ziehen, zwischen den Regenschauern trauen sich auch die Wiesenpieper ein Stück weiter und ziehen über die Salzwiesen hinweg. Die Gänse hingegen scheinen es nicht sehr eilig zu haben, in ihren Rast- und Überwinterungsgebieten im herbstlich schönen Ostfriesland anzukommen. Unter den abertausenden von Zugvögeln haben sich auch heute wieder zwei Highlights nicht ganz so gut versteckt. Auf Langeoog wurde eine junge Steppenweihe in den Dünen bei der Jagd beobachtet. Wie auch die gestrigen Spornpieper sind Steppenweihen Gäste aus dem fernen Russland und Zentralasien. Früher ein äußerst seltener und unregelmäßiger Gast, sind Steppenweihen in den letzten Jahren vor allem im Herbst an der Wattenmeerküste immer häufiger und regelmäßiger als Durchzügler zu beobachten. Und dann war da ein noch seltenerer Gast aus der südsibirischen Taiga: ein Goldhähnchen-Laubsänger, den es, anstatt in sein südostasiatisches Überwinterungsgebiet, irgendwie zu unseren Nachbarn nach Neuwerk im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer verschlagen hat.

Beim Aviathlon ist noch lange nichts entschieden, welche der 20 Aviathlon-Regionen als Sieger das Watt verlässt. Morgen geht’s weiter!

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Sonntag, 11.10.2020

Ein bisschen Sonne, ein paar Wolken, auch mal etwas Dickere, zwischendurch ein kleiner Schauer, leichter Westwind – ruhiges Herbstwetter am und im Wattenmeer am zweiten Aviathlon-Tag. Das heißt natürlich nicht, dass dies kein Vogelzugwetter oder gar, dass es kein Vogelbeobachtungswetter wäre. Heute schien alles etwas gemütlicher (ist ja auch Sonntag) und so wuchs unsere Gesamtartenliste um 20 neue Arten auf nun 170. Unter den neuen Arten waren allein 11 Singvogelarten wie Bartmeise auf Norderney, Ringdrossel ebenfalls auf Norderney und in Fedderwardersiel oder Rotkehlpieper auf Juist und Wangerooge. Dazu kamen für diese Jahreszeit ‚späte‘ Singvogelarten wie Braunkehlchen, Trauerschnäpper oder Gartenrotschwanz. Eigentlich haben diese Arten ihre Hauptdurchzugszeit im August bis etwa Mitte September. Aber irgendjemand ist halt der oder die Letzte…  - gut für die Aviathleten, die diese Letzten noch finden und damit auf die Liste ihrer Region setzen konnten.  

Das Beste am heutigen Tag ist, dass nun (fast) alle Aviathlon-Regionen ins Rennen eingestiegen sind. Auf den Inseln liegt Wangerooge mit großartigen 120 Arten weiter deutlich vorn. Aber Juist und Norderney scheinen warm gelaufen und haben heute ins Rennen eingegriffen. Beide Inseln konnten ihre Artenliste um mehr als 30 Arten erweitern. Ein toller Einsatz, der mit Arten wie Tordalk, Dreizehenmöwe, Rotkehlpieper und Spornammer belohnt wurde.

Auch am Festland haben die Regionen deutlich zugelegt und viele neue Arten für ihre Listen sammeln können. Allen voran mausert sich die kleine Aviathlon-Region Wilhelmshaven zusehends, legt ganze 20 neu beobachtete Arten drauf und möchte damit am Festland ganz vorne mitspielen. Euer Einsatz dort hat sich ausgezahlt. Mit 92 Arten verweist ihr die Konkurrenz, vor allem aus Cuxhaven und der Wurster Küste, vorerst auf die Plätze. Wir sind gespannt, wer sich morgen weiter absetzen wird.

Der Knaller des Tages gelang allerdings den Aviathleten in Dangast. Ihnen flog ein Spornpieper vor die Ferngläser. Nur sehr wenige Individuen dieser großen, langbeinigen, drosselartig wirkenden Pieperart verschlägt es im Herbst ins Wattenmeer. Denn eigentlich brüten Spornpieper im fernen Sibirien und in Zentralasien. Doch auch wenn der Spornpieper ein Langstreckenzieher ist, seine Überwinterungsgebiete liegen im südlichen China, Indien, Pakistan oder im Iran. Ein weiter Weg nach Westen bis nach Dangast. Aber bitte, wenn dann pünktlich zum Aviathlon!

Das erste Aviathlon-Wochenende liegt hinter uns. Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen am Festland und auf den Inseln unterwegs sind, um mit ihren Vogelbeobachtungen ihre Region nach vorne zu bringen. Wir sind gespannt, was der Wochenstart morgen so bringt.

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Samstag, 10.10.2020

Liebe Aviathleten, Vogelbeobachter, Freunde des Wattenmeeres und des Nationalparks!

Wie wohltuend und erleichternd ist es, in diesen Zeiten sagen zu können: Das haben wir schon immer so gemacht! Für den Aviathlon in diesem Jahr gilt das und wir freuen uns sehr, Sie und euch auf den Inseln und in den Festlandregionen beim Wettstreit um die meisten beobachteten Vogelarten wieder begleiten und anspornen zu dürfen.

3, 2, 1 … los!!!

Der Aviathlon im Rahmen der 12. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist gestartet. Seit heute Morgen kämpfen in den kommenden 8 Zugvogeltagen insgesamt 20 Wattenmeerregionen und –inseln wieder um die längste Artenliste.

Der erste Renntag bescherte gleich einen wahren Artenregen, unter anderem mit bemerkenswerten Arten wie Seidenreiher auf Juist, Thorshühnchen auf Langeoog und Wangerooge, Gelbbrauen-Laubsänger auf Wangerooge, an der Wurster Küste und im Cuxland und Zwergammer, ebenfalls auf Juist! Am Ende stehen für heute bereits 150 beobachtete Vogelarten auf der Liste. Wenn das mal kein fulminanter Start in den Aviathlon 2020 ist.

Mit Blick auf die Regionen haben sich vor allem die Festlandsgebiete in Szene gesetzt. Allen voran Cuxhaven mit 81 Arten. Dahinter folgen Wilhelmshaven mit 72 Arten und die Wurster Küste und das Wangerland mit jeweils 66 Arten. Die Regionen am Festland punkten vor allem mit den vielen beobachteten Singvogelarten, die auf ihrem Herbstzug die Wattenmeerküste und –inseln als Rastgebiet nutzen.

Die Inseln befinden sich aber offenbar noch in der Aufwärmphase. Außer Wangerooge. Die dortigen Aviathleten sind mit Vollgas ins Rennen gegangen und führen die Inselwertung mit sage und schreibe 107 Arten an. Die Sieger aus dem letzten Jahr haben damit mächtig vorgelegt und wollen ihren Titel verteidigen. Die taktisch kluge Entscheidung der Wangerooger für das morgendliche Seawatching, die Beobachtung des Vogelzuges auf dem Meer,  hat sich ausgezahlt und Arten wie Skua, Schmarotzerraubmöwe, Prachttaucher, Dreizehenmöwe, Basstölpel , Tordalk und Trottellumme oder auch Berg- und Trauerente auf die Liste gebraucht. All diese Seevogelarten, die vor allem im nördlichen Skandinavien, auf Island, den britischen Inseln und im arktischen Russland brüten, kommen hier gerade in ihrem Überwinterungsgebiet Wattenmeer an oder ziehen genau in dieser Zeit weiter über die Nordsee in Richtung Westen und Süden. Da ist also für die anderen Inseln und Festlandsregionen noch einiges an Arten drin in den kommenden Tagen.

In jedem Fall ein mehr als gelungener Tag 1 des diesjährigen Aviathlon! Weiter so, bis morgen!

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