Aviathlon 2018

Sonntag, 21.10.2018

Was für ein spannendes Rennen, und was für ein furioser Schlussspurt der beiden Sieger! Mit jeweils sagenhaften 150 Arten teilen sich Borkum und das Wangerland den ersten Platz! Herzlichen Glückwunsch an die Sieger und großen Respekt für alle Regionen und Melder!

Am Samstag kam noch ein ganzer Schwung neuer Arten auf die Gesamtliste, so dass wir einen nicht für möglich gehaltenen Rekord aufgestellt haben: Mit insgesamt 222 beobachteten Vogelarten haben wir die bisherige Höchstzahl von 207 Arten um 15 Arten überboten. Und mit Krähenscharbe, Mornell, Adlerbussard, Seidenschwanz und Pirol gleich fünf Arten auf die Liste gesetzt, die bislang noch nie während der Zugvogeltage beobachtet worden sind.

Wenn das kein würdiges Ergebnis für unser Jubiläum, die 10. Zugvogeltage, ist!

Freitag, 19.10.2018

Nun ist es passiert! Mit 212 Arten haben wir den Rekord der Jahre 2013 und 2014 mit jeweils 207 Arten locker geknackt. Herzlichen Glückwunsch an alle Beobachter, die ihre Daten gemeldet haben.

Und der Aviathlon ist noch nicht zu Ende. Bis Samstagabend um 19 Uhr (und nicht, wie gestern irrtümlich geschrieben, bis Mitternacht) ist noch Zeit, die Gesamtartenliste und die der einzelnen Regionen zu verlängern. Und so spannend wie in diesem Jahr war es selten. Das Wangerland hat heute die Führung mit satten 145 Arten übernommen, Norderney und Borkum liegen mit 133 Arten bei den Inseln gleichauf vorne.

Dass das Rennen noch lange nicht gelaufen ist, zeigt ein Blick auf die neu beobachteten Vogelarten der letzten beiden Tage. Ein kleiner Wetterwechsel hat schon ausgereicht, um mehrere Skuas, Schmarotzerraubmöwen und sogar eine Spatelraubmöwe an unsere Küste zu wehen. Zusammen mit dem gestrigen Eissturmvogel auf Langeoog sind das bemerkenswert viele Hochseearten, die wir bei den diesjährigen Zugvogeltagen bisher kaum beobachten konnten. Hinzu kommen noch so spannende und schöne Arten wie Seidenschwanz und Zwergammer. Es lohnt sich also bis zum Schluss, die Augen offen zu halten.

Um die Spannung zu erhöhen, werden am morgigen Samstag keine Ergebnisse veröffentlicht. Am Sonntag kommt es dann beim Zugvogelfest in Horumersiel zum großen Showdown. Da solltet Ihr dabei sein!  

 


Donnerstag, 18.10.2018

So langsam wird es ernst – und spannend! Über die drei Festlandregionen Fedderwardersiel, Wangerland und Cuxhaven kann man ein Handtuch legen, wie es so schön im Pferderennsport heißt. Nur jeweils eine bzw. zwei Arten trennen die drei Kontrahenten, die sich mit je über 135 Arten deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt haben.

Bei den Inseln liegt Norderney mit 133 Arten vorne; die übrigens Eilande folgen dicht an dicht. Wer würde da eine Prognose zum Ausgang des Rennens am kommenden Sonntag wagen?

Ach ja, wie vermutet haben wir natürlich die 200-Arten-Marke geknackt. Mit 205 Arten stehen wir kurz davor, den Rekord der 5. Und 6. Zugvogeltage mit je 207 Arten zu schlagen. Es sind ja noch zwei volle Tage, bis am Samstag um 24 Uhr die Flagge fällt.

Zur Erinnerung und für die Planung des Wochenendes: Die Sieger werden auf dem großen Zugvogelfest in Horumersiel am Sonntag, 21.10. gekürt. Dabei sein lohnt sich. Nicht nur wegen der Siegerehrung, sondern auch wegen des tollen Programms und der super Stimmung. Wir sehen uns!

Mittwoch, 17.10.2018

Nein, wir haben es nicht geschafft: Die 200er-Marke steht noch. Heute sind nur 4 Arten hinzugekommen, mit insgesamt 198 Arten fehlen nun noch zwei. Das sollte doch wohl morgen zu schaffen sein?

Fedderwardersiel, Cuxhaven und das Wangerland marschieren im Gleichschritt an der Spitze, der Abstand zwischen den drei Region ist ziemlich stabil, wobei Fedderwardersiel mit 10 Arten Vorsprung vorne liegt. Das Emsland, Bensersiel, Norddeich und Dornumersiel sind noch etwas schwach auf der Brust, aber das kann sich natürlich noch ändern. Also, lieber Birder am ostfriesischen Festland: Es sind viel mehr Vögel unterwegs, als Ihr glaubt. Ferngläser raus!

Norderney liegt mit 128 Arten bei den Inseln deutlich an der Spitze. Inzwischen hat auch Langeoog ins Rennen eingegriffen (gleich mit einer Steppenweihe!) und die rote Laterne an Baltrum abgegeben. Die Abstände sind aber knapp, die Platzierungen können sich täglich ändern.

Erstmals haben alle Inseln den Gelbbrauen-Laubsänger auf der Liste. Der kleine Zweigsänger wurde auch in fünf Festlandregionen gesehen. Erst in den letzten Jahren besucht uns die Arte regelmäßig im Herbst. Gelbbrauen-Laubsänger sind typische Sibirjaken, die vom Ural ostwärts bis zum Japanischen Meer in der Taiga, dem borealen Nadelwald, brüten. Besonders häufig sind sie auf den in Sibirien gar nicht so seltenen Waldbrandflächen, wo sie vergesellschaftet mit er Schwarzkehldrossel in teil erstaunlichen Dichten brüten kann. Der Gelbbrauen-Laubsänger ist also eigentlich nicht selten, aber er zieht normalerweise nach Südost-Asien, nicht nach Europa. Um so erstaunlicher ist das häufige Auftreten dieses hübschen Laubsängers bei uns im Weltnaturerbe Wattenmeer.    

Dienstag, 16.10.2018

Die 200-Arten-Marke ist in Sicht, mit heute 194 Arten fehlt da nicht mehr viel. Die 203 Arten aus dem letzten Jahr sollten doch zu schlagen sein? 

An Fedderwardersiel und Norderney sollte es wohl nicht scheitern: Mit 135 Arten haben die Fedderwardersieler ihre harten Konkurrenten aus dem Wangerland und Cuxhaven heute auf die Plätze verwiesen, und Norderney hat sich mit 125 Arten einen deutlichen Vorsprung vor den anderen Inseln erarbeitet. 

So ein wenig fehlt es noch an den großen Überraschungen und Seltenheiten, die für viele Beobachter das Salz in der Suppe sind. Die dennoch lange Artenliste zeigt daher um so deutlicher, wie vielfältig die Avifauna im Weltnaturerbe Wattenmeer auch unter „Normalbedingungen“ ist. Neben den typischen Wat- und Wasservogelarten sind es nicht zuletzt die vielen Singvögel, die unsere Küste oft als Leitlinie für ihren Zug in den Süden nutzen. Aber auch viele Individuen von Arten wie Kleinspecht oder Graureiher, die man zunächst gar nicht zu den klassischen Zugvögeln zählen würde, ziehen derzeit über das Watt oder entlang der Küste. Es ist also noch mit so einigen spannenden Arten zu rechnen. Und sicherlich wird auch die eine oder andere Besonderheit dabei sein, die das Herz der Birder höher schlagen lässt.

Montag, 15.10.2018

Die 100er-Marker scheint für viele Regionen in diesem Jahr kein Problem zu sein. Sowohl auf dem Festland als auch auf den Inseln haben viele Artenlisten die magische Grenze überschritten. Bei insgesamt 180 Vogelarten in der Gesamtregion und starken Einzelregionen wie dem Wangerland und Fedderwardersiel, die sich die Führung der „Festländer“ mit jeweils 119 Arten teilen, und der führenden Insel Norderney mit 117 Arten, ist das auch kein Wunder. 

Der starke Singvogelzug ist ungebrochen. Er findet sowohl über dem Festland als auch über dem offenen Meer statt. Ein Blick mit dem Spektiv von einer Düne oder Aussichtsplattform auf die Nordsee lohn sich immer. Trauerenten, Sterntaucher und Basstölpel lassen sich zum Teil recht nahe am Strand blicken und sind entsprechend gut zu beobachten. Die imposanten Raubmöwen – ebenfalls typische Hochseevögel - sind hingegen in diesem Jahr noch nicht häufig gesehen worden; lediglich der Zugvogeltage-Turm am Varreler Hafen meldet eine Schmarotzerraubmöwe, und Cuxhaven kann mit einer Spatelraubmöwe aufwarten. Sollten derzeit wirklich nicht mehr Raubmöwen unterwegs sein?

Es sind aber durchaus nicht nur die Arten des offenen Meeres, die sogenannten Pelagen, die beim Seawatching unser Interesse wecken. Wie schon erwähnt ziehen jetzt viele Singvögel wie Lerchen und Pieper über das Meer. Hin und wieder lässt sich auch ein Greifvogel, etwa eine Kornweihe, oder ein Merlin, entdecken, der aus den nordischen Brutgebieten kommend die Überquerung des großen Wassers nicht scheut, um in unserem Wattenmeer zu rasten oder gar zu überwintern.

Sonntag, 14.10.2018

Und wieder gab es keinen Grund, sich über das Wetter zu beschweren. Die guten Zugbedingungen halten an; neben vielen Singvögeln wurden heute auch große Trupps von Ringel- und Hohltauben gemeldet. Die Züge der vielen Gänse, die ebenso gut zu sehen wie zu hören sind, erinnern an den nahen Winter und wollen nicht so recht zu den sommerlichen Temperaturen passen.

Der guten Liste von gestern konnten noch einmal 30 Arten hinzugefügt werden, so dass wir schon bei 174 Arten sind. Keine schlechte Bilanz für die ersten beiden Tage, zumal einige traditionell starke Regionen wie z. B. Langeoog und Juist noch gar nicht ins Rennen eingegriffen haben. Das sollte sich schleunigst ändern, denn die Konkurrenz schläft sicher nicht. Mit 104 Arten hat Wangerooge die Führung der Inseln übernommen, und auf dem Festland ist Fedderwardersiel mit 112 Arten ganz stark. Schon sechs Regionen haben die 100er-Marke geknackt; Borkum, Spiekeroog und Greetsiel sind auf dem besten Wege, es den Vorreitern gleichzutun.

Das erste Wochenende der Zugvogeltage war ein voller Erfolg. Nun wollen wir sehen, wie spannend der Start in die Woche wird!

Samstag, 13.10.2018

Der Aviathlon startet mit beeindruckenden 144 Arten in die 10. Zugvogeltage. Dabei setzt Carolinensiel mit 102 Arten ein Zeichen uns meldet den Anspruch an, in diesem Jahr ganz vorne mitzuspielen. Mit immer noch beachtlichen 83 Arten hat Norderney die Führung bei den Inseln übernommen.

Die hohen Zahlen sind bei dem hervorragenden Wetter keine große Überraschung. Viele Beobachter waren unterwegs, die die herbstliche Sonne nutzen wollten und sicher nicht enttäuscht wurden. Der Morgen begann mit starkem Singvogelzug; insbesondere Feldlerchen waren in teils großen Trupps unterwegs. Aber auch Wiesenpieper, Buchfinken und Drosseln nutzten die guten Zugbedingungen für ihren Weg in die Winterquartiere. 

Nicht nur die Singvögel wussten den späten Sommertag zu schätzen, auch viele Greifvögel ließen sich von der Thermik in die Höhe treiben oder konnten bei der Jagd beobachtet werden. Die inzwischen leider selten gewordene Kornweihe haben sieben Regionen auf ihrer Liste, und im Wangerland wurde sogar eine Steppenweihe gesehen. Dieser Gast aus den Steppen nördlich des Schwarzen und Kaspischen Meeres wird in den letzten Jahren vermehrt im Herbst bei uns gesehen, ist aber noch immer eine echte Besonderheit. Aus dem hohen Norden sind schon Raufußbussarde und Merline eingetroffen.

Die nächsten Tage werden so manche spannende Beobachtung bringen. Bei dem herrlichen Wetter sollte niemand zu Hause bleiben. Also ran an die Ferngläser und mithelfen, die Artenliste Eurer Region zu verlängern!