Vogelberingung liefert aufregende Ergebnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Zugvögel

13. September 2013
„Beringung eines Trauerschnäppers, der als Langstreckenzieher besonders von dem

Die Tage werden bereits merklich kürzer, das erste Laub beginnt sich zu verfärben, das Licht wird goldener: Es ist nicht zu leugnen, der Herbst kündigt sich an. Und wer Auge und Ohr dafür hat, wird feststellen, dass uns die ersten Singvögel schon verlassen haben und die Zahl der Zugvögel aus dem Norden zunimmt. Naturfreunde kommen jetzt wieder in den Genuss des herbstlichen Vogelzugs.

Am Wattenmeer kann man das grandiose Schauspiel des Vogelzugs besonders gut erleben, denn Millionen Wat- und Wasservögel aus dem hohen Norden treffen im Herbst hier ein, um sich für den Weiterflug in ihre Überwinterungsgebiete zu stärken.

Zeit für die 5.Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, die vom 5. bis 13. Oktober mit über 200 Veranstaltungen vom Dollart bis an die Elbe, von Borkum bis Wangerooge stattfinden. Und Zeit für den Vortrag aus der aktuellen Zugvogelforschung, der traditionell kurz vor den eigentlichen Zugvogeltagen in Oldenburg von der Nationalparkverwaltung, dem Landesmuseum für Natur und Mensch und dem NABU Oldenburg angeboten wird, um auf die Zugvogeltage einzustimmen. „Vogelschutz und Vogelforschung gehören untrennbar zusammen und der Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume ist Voraussetzung und Grundlage dafür, sie erleben und genießen zu können“, betont Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks, der in die Veranstaltung einführen wird. „Mit dem Vortrag von Dr. Ommo Hüppop können wir genau diese Zusammenhänge aufzeigen. Was passt also besser zu den Zugvogeltagen, bei denen es darum geht, Menschen für Zugvögel und den Vogelzug zu begeistern und so das Verständnis und die Bereitschaft für deren Schutz zu fördern?“

Dr. Ommo Hüppop, der wissenschaftliche Leiter der Inselstation des Instituts für Vogelforschung, kann auf eine einzigartige Datenserie zurückgreifen, um Zusammenhänge zwischen Vogelzug und Klimawandel zu untersuchen: Seit 1960 wurde über eine halbe Million Vögel im Fanggarten des Instituts auf Helgoland beringt! Diese unter standardisierten Bedingungen gefangenen Vögel erlauben vielfältige Analysen und spannende Einblicke in die Auswirkungen des Klimawandels auf Zugvögel. Obwohl die Daten überwiegend von Kleinvögeln stammen, gibt ihre Analyse ganz erstaunliche Hinweise auf globale Veränderungen, die den Vogelzug allgemein beeinflussen. Freuen Sie sich auf einen interessanten Vortrag, der die weltweite Dimension des Vogelzuges anschaulich vor Augen führt und zeigt, welche Vor- und Nachteile für Zugvögel aus dem Klimawandel erwachsen!

Im Anschluss an den Vortrag gibt es leckere Kostproben aus der Wesermarsch und Gelegenheit, sich über die 5. Zugvogeltage zu informieren.

Der Vortrag findet am Donnerstag, den 19.09.2013 im Landesmuseum Natur und Mensch, Damm 38-44, in Oldenburg statt und beginnt um 19:30 Uhr. Eintritt 5,-€.