Prof. Dr. Klaus Töpfer wird Schirmherr für die Zugvogeltage

11. Oktober 2014
Referenten der Auftaktveranstaltung der 6. Zugvogeltage

Heute beginnt für Naturfreunde im Nationalpark und Weltnaturerbe Niedersächsisches Wattenmeer „die fünfte Jahreszeit“: Bis zum kommenden Sonntag dreht sich an der Küste und auf den Inseln alles um Zugvögel.

Zur traditionellen Auftaktveranstaltung für Akteure und Unterstützer der Zuvogeltage konnte Nationalpark-Leiter Peter Südbeck gestern (Freitag) Abend im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven etwa 150 TeilnehmerInnen begrüßen.

Aus Hannover war der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel angereist. Gerade im vergangenen Jahr war er oft zu Gast im Wattenmeer. „Ich habe dabei gesehen und gelernt, welchen Schatz wir hier vor unserer Küste haben. Mit all diesen Beobachtungen ist für mich eine Botschaft verbunden, denn Zugvögel leben in sehr verschiedenen Welten, sie haben Ansprüche an ihren Lebensraum und damit an uns Menschen in verschiedenen Teilen der Welt“, so der Minister in seinem Grußwort. „Zugvögel brauchen an allen Orten, an denen sie sich im Laufe eines Jahres aufhalten, günstige Bedingungen, um zu überleben und Erfolg zu haben.“ Wichtig ist Wenzel ein global-integrativer Ansatz: „Verantwortung für den Erhalt unserer Zugvögel zu übernehmen heißt auch, nicht die Augen zu verschließen vor den Problemen an anderen Enden der Welt. Ein guter Naturschutz  gedeiht vor allem dort, wo es auch den Menschen gut geht, wo nicht Hunger oder Krankheit wüten und die Menschen genötigt sind, zum Lebenserhalt Natur zu zerstören.“

Als Vertreter der Stadt zeigte sich auch Bürgermeister Holger Barkowsky überzeugt vom Konzept der Zugvogeltage: „Ich glaube, dass es erneut gelungen ist, für die ganze Region Zugänge zu schaffen, sich für Wattenmeer-Zugvögel zu begeistern und sich für ihren Schutz zu interessieren. Denn so verstehe ich das Ziel der Zugvogeltage, nicht nur  schöne Veranstaltungen zu haben, sondern einen Beitrag zu leisten für den dauerhaften Erhalt des Wattenmeeres und den Schutz der Zugvögel auf ihrem gesamten Weg von der Arktis in ihre afrikanischen Winterquartiere.“

Als große Anerkennung des noch jungen Veranstaltungsformates übernahm Professor Klaus Töpfer die Schirmherrschaft für die Zugvogeltage. Der frühere Bundesumweltminister (1987-1994) ist bis heute in verschiedensten Gremien der Vereinten Nationen (UN) im Bereich nachhaltige Entwicklung aktiv - ein Kernthema der Zugvogeltage. Dieses Jahr konnte er sein Grußwort zur Auftaktveranstaltung nur als Videobotschaft überbringen, für den Auftakt im kommenden Jahr hat er bereits einen Vortrag zugesagt.

Die vielfältigen Veranstaltungsformate der Zugvogeltage vermitteln die überragende Bedeutung des Wattenmeers auf dem Ostatlantischen Zugweg , der in Nord-Südrichtung den halben Globus umspannt. Damit einher geht die gemeinsame internationale Verantwortung für den Schutz der Zugvögel auf ihrem Weg zwischen Arktis und Afrika.

Eines der wichtigsten und bedeutendsten Winterquartier vieler unserer typischen Wattenmeerzugvögel ist der Nationalpark Banc d´Arguin in Mauretanien, Zum Auftakt der Zugvogeltage ist jetzt eine Delegation aus Mauretanien angereist. Herzlich begrüßte Peter Südbeck den Direktor des Nationalparks, Herrn Maitre Aly Mohamed Salem Jiddou, und Herrn Sidi Mohamed Lelou, Direktor für Schutzgebiete und Küstenzonenmanagement in Mauretanien.

Ein weiterer Ehrengast war die 11jährige Zehra Aldogan aus der Oberpfalz. Sie hat beim Geolino-Fotowettbewerb den bundesweit ersten Platz belegt und einen Besuch bei den Zugvogeltagen im Nationalpark Wattenmeer gewonnen.

Den Festvortrag „Destination Westafrika – Das UNESCO Welterbe Banc d’Arguin und die Bedeutsamkeit von länderübergreifenden Schutzmaßnahmen für Zugvögel“ hielt Frau Dr. Jutta Leyrer, die als deutsche Wissenschaftlerin  im Nationalpark Banc d´Arguin in Mauretanien arbeitet.

Im Anschluss stellte Gerold Lüerßen vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat CWSS die Wadden Sea Flyway Initiative vor, die organisatorische Plattform für einen internationalen abgestimmten Ansatz im globalen Zugvogelschutz,. Diese Initiative wurde gestern Abend neben dem Nationalpark Banc d´Arguin auch vom Institut für Vogelforschung, der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung, dem Mellumrat und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltschutz, Jever unterzeichnet. „Es ist gut, wenn von den Zugvogeltagen auch Impulse zum globalen Zugvogelschutz ausgehen“, erklärte Südbeck,.

Der Abend klang bei angeregten Gesprächen und einem Imbiss aus, der mit Pfefferminztee, Maniok, Kichererbsen, Taboulé und Datteln nord-westafrikanische Anklänge zauberte – selbstverständlich aus fair gehandelten und ökologisch produzierten Zutaten,

Südbeck bedankte sich ausdrücklich bei den vielen haupt- und ehrenamtlichen Unterstützern, Fachleuten, Mitmachern und Sponsoren, ohne deren Hilfe die Durchführung der Zugvogeltage undenkbar wäre.

Weitere, auch tagesaktuelle Infos unter www.zugvogeltage.de und auf Facebook.