Bilder und Klänge zum Vogelzug gekonnt verwoben

4. Oktober 2012
Trio "DreyBartlang"

Neu bei den Zugvogeltagen: „Nordischer Zugfolk“ - Uraufführung der musikalisch-fotografischen Reise mit den Zugvögeln vor ausverkauftem Haus überzeugte das Publikum – Karten für weitere Aufführungen erhältlich

Etwas weiter weg vom Wattenmeer und doch thematisch ganz nah an den 4. Zugvogeltagen fand letzten Sonntag die Premiere der musikalisch-fotografischen Reise mit den Zugvögeln im Güterschuppen des alten Bahnhofs in Westerstede statt. Das ammerländisch-friesische Folktrio „DreyBartLang“ hat das Experiment gewagt, die unglaublich weite Reise der arktischen Brutvögel, die jeden Herbst ins Wattenmeer ziehen, um hier für den Weiterflug aufzutanken oder zu überwintern, musikalisch nachzuvollziehen.  Kati Bartholdy (Geige / Bratsche), Holger Harms-Bartholdy (Gitarre) und Petra Walentowitz (Akkordeon) haben dafür Musik aus Sibirien, dem Baltikum, Polen, Norwegen, Schweden, Finnland, Lappland, Nordamerika, Island, den Färöer Inseln, Großbritannien und Dänemark bearbeitet und mit eigenen Kompositionen ergänzt. Völlig neu ist dabei der Ansatz, diese Musik auf der Bühne mit Bildern aus den Herkunftsländern der Kompositionen zu unterlegen. Dieser Herausforderung hat sich der Fotograf Michael Schildmann aus Oldenburg gestellt, der dafür auf einen großen eigenen Fundus von Landschaftsbildern zurückgreifen konnte. Weitere Fotografen steuerten Bilder von Zugvögeln bei.

Fast 200 Gäste waren neugierig zur Premiere erschienen, doch nur etwa 150 kamen schließlich in den Genuss des besonderen Augen- und Ohrenschmauses. Einige nahmen dazu sogar mit Stehplätzen vorlieb, denn es passte beim besten Willen wirklich kein Stuhl mehr in den Veranstaltungsraum.

Mit fein gewobenen Klängen schuf „DreyBartlang“ eine träumerische, ja meditative Stimmung, wie geschaffen, um sich in der Betrachtung der wunderschönen Landschafts- und Vogelaufnahmen zu verlieren. Michael Schildmann setzt die Landschaften und Vögel kunstvoll in Szene, in ruhigem Wechsel perfekt auf die Musik abgestimmt. Das Publikum zeigte sich mit anhaltendem Schlussapplaus von der gelungen Verschmelzung aus Musik und Bild zu einer Traumreise mit den Zugvögeln begeistert.

Auch Nationalpark-Leiter Peter Südbeck war sichtlich beeindruckt. „Dieses innovative Format der Auseinandersetzung mit dem Thema Vogelzug passt hervorragend zu unserer Idee ‚Zugvogeltage’. Es geht darum, sich dem Phänomen Vogelzug aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln zu nähern und auch solche Menschen für Zugvögel, das Wattenmeer und den Vogelschutz zu begeistern und zu gewinnen, die eigentlich aus einer ganz anderen Richtung kommen.“ Entsprechend gibt es im umfangreichen Programm der 4. Zugvogeltage (6. bis 14. Oktober) neben Exkursionen, Seminaren, Vorträgen, Spiel und Spaß auch künstlerische Angebote wie Ausstellungen und Lesungen, Tanztheater – und eben den „Nordischen Zugfolk“. Wer die Premiere in Westerstede verpasst hat, hat noch mehrfach Gelegenheit, die einfühlsame Bild-Klang-Collage zu erleben. Telefonische Kartenreservierung empfohlen unter Tel. 04488-9382 bzw. beim örtlichen Veranstalter.

 

Nordischer Zugfolk auf Tournee:

  • am Sonntag, den 7. Oktober, um 16 Uhr im Nationalpark-Haus Dangast, Zum Jadebusen 179, 26316 Dangast, Tel. 04451-7058
  • am 12.10. um 19 Uhr im Museum Moorseer Mühle, Butjadinger Str. 132, 26954 Nordenham-Abbehausen, Tel. 04731- 88983
  • am 13.10. um 19 Uhr in der Freepsumer Kirche, Am Burggraben, 26736 Krummhörn, Tel. 04926-2041.